Studie warnt: Hitzewellen schwächen Lese- und Rechenfähigkeiten bei kleinen Kindern

Eine aktuelle wissenschaftliche Studie hat gezeigt, dass die Auswirkungen steigender Temperaturen aufgrund des Klimawandels bis in die tiefsten kognitiven Ebenen von kleinen Kindern reichen, wobei eine häufige Exposition gegenüber extremer Hitze mit einem deutlichen Rückgang der frühen grundlegenden Fähigkeiten verbunden ist.
Die Forschung, die in der "Zeitschrift für Kinderpsychologie und -medizin 2025" veröffentlicht wurde, berichtet, dass Kinder im Alter von 3 bis 4 Jahren, die häufig extremer Hitze ausgesetzt sind, Rückgänge in den Lese- und Schreibfähigkeiten sowie in den Rechen- und Zahlenfähigkeiten zeigen. Diese Ergebnisse stellen einen wichtigen Fortschritt im Verständnis der Auswirkungen des Klimas dar, nachdem frühere Beweise auf eine Beeinträchtigung der kognitiven Leistung bei Erwachsenen und Jugendlichen aufgrund von Hitze hingewiesen hatten. Studien haben gezeigt, dass Temperaturen über 32 Grad Celsius die kognitiven Fähigkeiten bei Erwachsenen um etwa 10 % senken können und dass Hitzewellen negative Auswirkungen auf die Testergebnisse von Schülern haben können.
Die aktuelle Studie ist eine der ersten, die die Auswirkungen von Hitze auf grundlegende Fähigkeiten in der sensiblen frühen Kindheit analysiert, in der sich die grundlegenden kognitiven Strukturen entwickeln, die den zukünftigen Bildungsweg bestimmen.
Das Forschungsteam stützte sich auf einzigartige Daten des Early Childhood Development Index (ECDI), die 19.607 Kinder aus Georgien, Gambia, Madagaskar, Malawi, Sierra Leone und Palästina umfassen, die aus dem Zeitraum von 2017 bis 2020 stammen. Die Forscher verbanden diese Daten mit hochpräzisen Temperaturmessungen aus dem ERA5-Land-System und verwendeten präzise statistische Modelle, die Faktoren wie Armutsniveau, Bildung der Mütter sowie saisonale und regionale Unterschiede berücksichtigten.
Die Ergebnisse zeigten, dass Kinder, die durchschnittlichen Höchsttemperaturen von über 32 °C ausgesetzt sind, weniger wahrscheinlich auf dem normalen Entwicklungsweg sind, insbesondere in den Bereichen Lesen und Rechnen. Der Einfluss war besonders ausgeprägt bei den verletzlichsten Gruppen, wie Kindern aus armen Familien, solchen, die in überfüllten Städten leben, oder denen, die keinen Zugang zu sauberem Wasser und angemessenen sanitären Einrichtungen haben.
Die Forscher sind der Ansicht, dass extreme Hitze die Gehirnentwicklung durch mehrere Mechanismen beeinträchtigen kann, darunter: Dehydration, die die Gehirnfunktionen beeinträchtigt, die wiederholte Aktivierung des Stressreaktionssystems, Entzündungen oder Schäden an Nervenzellen aufgrund von Schwierigkeiten bei der Wärmeabfuhr sowie Schlafstörungen, reduzierte körperliche Aktivität und eingeschränkte Möglichkeiten zum Spielen und sozialen Interagieren, die alle entscheidend für die frühe kognitive Entwicklung sind.
Während die Autoren die Notwendigkeit weiterer umfassender und präziser Studien betonen, heben sie die Klarheit der aktuellen Ergebnisse hervor, die den Schaden belegen, den extreme Hitze für die kognitive Entwicklung von Kindern verursacht. Das Studienteam schrieb: "Diese Ergebnisse verdeutlichen die dringende Notwendigkeit, Politiken und Interventionen zu entwickeln, um die Entwicklung von Kindern in einer zunehmend warmen Welt zu schützen."
Diese Warnungen sind besonders wichtig, da mehr als ein Drittel der Kinder weltweit zunehmenden Hitzewellen ausgesetzt ist, was einen Alarm für Fachleute im Bildungs- und Gesundheitssektor sowie für politische Entscheidungsträger darstellt. Die Forschung deutet darauf hin, dass die Zukunft des Lernens, insbesondere in heißen Ländern oder Ländern mit begrenzter Infrastruktur, direkt bedroht sein könnte, wenn nicht entschlossene Maßnahmen ergriffen werden, um die Auswirkungen steigender Temperaturen auf Kinder zu mildern.