Öffentlicher und parlamentarischer Zorn über neue Steuern in Libyen

Die Entscheidung, neue Steuern auf importierte Waren in Libyen zu erheben, hat weitreichenden Zorn ausgelöst und zu einer scharfen Spaltung im Parlament geführt, während der Dinar einen historischen Rückgang gegenüber ausländischen Währungen erleidet, da der Preis des US-Dollars zum ersten Mal in der Geschichte des Landes 10,42 Dinar erreicht hat.
Die Zentralbank Libyens hat begonnen, die neuen Steuern auf verschiedene importierte Waren anzuwenden, in einem Schritt, den das Parlament als Versuch bezeichnete, die finanziellen Ungleichgewichte aufgrund des Anstiegs des Wechselkurses ausländischer Währungen zu beheben.
Die Steuern betreffen Lebensmittel, Konsumgüter, Reinigungsmittel, Autoteile sowie Baumaterialien, Kleidung, Haushaltsgeräte und Elektronik, zusätzlich zu Tabak, Zigaretten und Luxusautos, mit einem Satz zwischen 7% und 40%.
* Starke Regierungsablehnung
Die Einheitsregierung unter der Leitung von Abdul Hamid Dbeibah hat jedoch ihre entschieden ablehnende Haltung gegenüber der "einseitigen" Entscheidung des Parlaments erklärt und betont, dass die wahre Krise im Anstieg des Dollarpreises auf die parallelen Ausgaben außerhalb des genehmigten Haushalts zurückzuführen ist.
Die Regierung warnte, dass die Einführung dieser Steuern die wirtschaftliche Unsicherheit erhöhen und zu einer Inflation der Geldmenge ohne ausreichende Produktionsdeckung oder ausländische Reserven führen würde, und die Lebenshaltungskosten für die Bürger erhöhen würde, ohne das zugrunde liegende Problem zu lösen.
* Parlament bestreitet die Rechtmäßigkeit der Steuern
Im Gegenzug erklärten 107 Abgeordnete des libyschen Parlaments in einer Erklärung am Montagabend, dass alle finanziellen Maßnahmen oder Steuern, die der Zentralbank zugeschrieben werden, "rechtswidrig" seien und betonten, dass das Parlament keine gültige oder durchsetzbare Entscheidung zur Erhebung finanzieller Belastungen getroffen habe.
Die Abgeordneten bestätigten, dass alle Korrespondenzen oder Mitteilungen, die in den Medien verbreitet werden, nicht den Willen des Parlaments widerspiegeln und niemanden binden, es sei denn, sie wurden gemäß den gesetzlichen Verfahren in einer offiziellen Sitzung mit vollständiger Besetzung erlassen.
* Weitreichender öffentlicher Zorn
Diese Entscheidung fiel mit einem historischen Rückgang des Dinars zusammen, was den öffentlichen Zorn verstärkte, und der Hashtag "Nein zu Steuererhöhungen" dominierte die sozialen Medien, wo die Libyer ihren Widerstand gegen weitere Preiserhöhungen zum Ausdruck brachten und betonten, dass sie nicht bereit sind, die Kosten für die politische Spaltung und die finanzielle Korruption zu tragen.
Die Ereignisse bestätigen, dass Libyen sich in einer kritischen wirtschaftlichen und politischen Phase befindet, inmitten eines klaren Konflikts zwischen der Regierung und dem Parlament um die Kontrolle über die Finanzpolitik, während die Bürger aufgrund von Wechselkurschwankungen und steigenden Preisen mit zunehmenden Lebenshaltungskosten konfrontiert sind.