Schützt das Gehirn dich oder hindert es dich? Entdecke den Grund für die Schwierigkeit, Aufgaben zu beginnen.

Hast du jemals das Gefühl gehabt, dass eine wichtige Aufgabe auf dich wartet, aber sie so unangenehm ist, dass du sie immer wieder aufschiebst?
Ein Telefonanruf, ein schwieriger Bericht oder eine Präsentation, die schon beim Gedanken daran Stress auslöst?
Eine aktuelle Studie der Universität Kyoto in Japan bietet eine wissenschaftliche Erklärung für dieses Gefühl, das fast jeder kennt.
Die Studie, veröffentlicht in der Zeitschrift Current Biology, enthüllt einen neuronalen Pfad im Gehirn, der als "Hemmung des Antriebs" fungiert und uns daran hindert, Aufgaben zu beginnen, die mit Stress oder Bestrafung verbunden sind, selbst wenn die Belohnung offensichtlich ist.
Dies wird medizinisch als Verlust der Initiative (Avolition) bezeichnet, ein häufiges Symptom bei Erkrankungen wie Depressionen, Schizophrenie und Parkinson.
Das Problem liegt hier nicht in der Faulheit, sondern im Versagen des Gehirns, den "Startknopf" zu drücken.
* Wie wurde die Studie durchgeführt?
Die Forscher verwendeten Makakenaffen und trainierten sie auf zwei Arten von Aufgaben:
1 _ Eine Aufgabe, die nur eine Belohnung bietet.
2 _ Eine Aufgabe, die dieselbe Belohnung bietet, jedoch mit einer unangenehmen Erfahrung, wie einem Luftstoß ins Gesicht.
Das Ergebnis war klar: Die Affen gingen leicht an die angenehmen Aufgaben, zögerten jedoch, wenn die Belohnung mit einem unangenehmen Element verbunden war, obwohl sie ihren Wert erkannten.
Durch genetische Ingenieurtechnik unterbrach das Team einen neuronalen Pfad, der zwei Bereiche im Gehirn verbindet:
das ventrale Striatum (Ventral Striatum) und das ventrale Pallidum (Ventral Pallidum), die beide für Motivation und Entscheidungsfindung bekannt sind.
* Was zeigte die Unterbrechung dieses Pfades?
• Das Verhalten der Affen in den einfachen Aufgaben änderte sich nicht.
• In den unangenehmen Aufgaben erlangten die Affen die Fähigkeit zurück, zu beginnen.
• Ihre Bewertungen der Belohnung oder Bestrafung änderten sich nicht, sondern nur das Verhältnis zwischen Wissen und Ausführung.
Neuronale Messungen zeigten, dass die Aktivität des ventralen Striatums in stressigen Situationen ansteigt, was auf Stressverarbeitung hinweist, während die Aktivität des ventralen Pallidums mit abnehmendem Drang zu beginnen sinkt.
Dies bestätigt, dass der Pfad zwischen den beiden Regionen als Bremse fungiert, die den Start bei erhöhten psychologischen Kosten verhindert.
* Therapeutische Implikationen und ethische Grenzen
Die Forscher glauben, dass diese Entdeckung neue Perspektiven für die Behandlung von Antriebslosigkeitsstörungen durch Techniken wie tiefe Hirnstimulation oder zukünftige Medikamente eröffnen könnte.
Sie warnen jedoch vor einer Übermäßigen "Entspannung der Bremsen", da dies zu riskantem Verhalten oder übermäßigem Drang führen könnte.
* Fazit
Die Schwierigkeit, zu beginnen, ist kein Zeichen von schwachem Willen, sondern ein Gehirnmechanismus, der uns vor psychischem Stress schützt.
In einer Zeit, in der Erschöpfung und Burnout zunehmen, betonen die Forscher, dass die Lösung darin bestehen könnte, Stressquellen zu reduzieren, anstatt den Einzelnen für mangelnde Motivation zu beschuldigen.