Skandal erschüttert die Türkei: 130 Jahre Haft für Lehrer wegen sexueller Belästigung von sechs Schülern

Details des Falls und des Prozesses gegen den Lehrer
Nach Berichten türkischer Medien verurteilte die erste Kammer des Strafgerichts den Lehrer, der mit den Initialen "M.A." bezeichnet wird, wegen sexueller Übergriffe auf sechs Schüler über einen Zeitraum von zwei Jahren, ohne ihm eine Strafmilderung zu gewähren. Er wurde jedoch von der Anklage "Bedrohung von Kindern" freigesprochen, da die Beweise nicht ausreichten.
Der 45-jährige Angeklagte erschien zusammen mit den Familien der Opfer und der Verteidigung vor Gericht, in einem Verfahren, das als eines der aufsehenerregendsten in der letzten Zeit beschrieben wurde.
Familien der Opfer fordern "härteste Strafen"
Während der Sitzung betonten die Familien der Kinder die Notwendigkeit, dem Angeklagten die strengsten Strafen aufzuerlegen, da das, was ihren Kindern widerfahren ist, eine "psychologische Traumatisierung darstellt, die nicht gelöscht werden kann". Auf sozialen Medien verbreiteten sich Aufrufe zur strengen Bestrafung aller, die in die Misshandlungen von Kindern verwickelt sind, von Einzelpersonen bis hin zu Institutionen.
Die Anwälte der Opfer bestätigten, dass der Angeklagte die Kinder wiederholt ausgenutzt habe, und forderten die Anwendung der Höchststrafe für jede Misshandlung ohne jegliche Milderung.
Die Verteidigung des Angeklagten hält an der Leugnung fest
Auf der anderen Seite verteidigten die Anwälte des Angeklagten ihren Mandanten und forderten eine Überprüfung des Falls sowie zusätzliche Ermittlungen, die die Befragung von Zeugen und eine erneute Bewertung vor Ort umfassen sollten. Der Lehrer bestritt weiterhin alle Vorwürfe und sagte: "Ich habe in meinem Leben keine schändliche Tat begangen. Ich bin ein Vater, Ehemann und guter Lehrer. Ich fordere meine Freisprechung." Das Gericht hielt jedoch seine Aussagen angesichts der vorgelegten Beweise und der Zeugenaussagen der Kinder für nicht überzeugend.
Strenge Strafe wegen Wiederholung der Tat und der beruflichen Rolle des Angeklagten
Das Gericht begründete das Urteil von 130 Jahren Haft damit, dass der Angeklagte die Übergriffe mehrfach begangen habe und als Lehrer, der die Kinder schützen sollte, nicht ausbeuten dürfe, zusätzlich zu dem nachgewiesenen vollständigen sexuellen Übergriff auf mindestens ein Kind.
Aufrufe zur Verstärkung der Aufsicht über Privatschulen
Dieser Vorfall hat die Diskussion über Misshandlungen in privaten und religiösen Schulen erneut entfacht, während Organisationen für Kinderrechte strenge Überwachungsmaßnahmen und verschärfte abschreckende Strafen fordern, um die Wiederholung solcher Verbrechen zu verhindern, die als eine der größten Bedrohungen für die Sicherheit von Kindern in der Türkei gelten.