Dokumentarfilm öffnet den Fall Tutanchamun: Neue Vorwürfe gegen den Entdecker des Grabes

Unveröffentlichte Briefe wecken Verdacht
Der Dokumentarfilm enthüllte zuvor unveröffentlichte Briefe, die Hinweise darauf enthalten, dass Carter möglicherweise Artefakte aus dem Grab vor der offiziellen Eröffnung entfernt hat. Diese Dokumente gelten laut den Machern des Films als neue Beweise, die die vorherrschende historische Erzählung über die Entdeckung neu bewerten könnten.
Umstrittenes Amulett
Die ägyptische Erbe-Expertin Sally Al-Sabhi präsentierte im Dokumentarfilm eine Notiz aus dem Jahr 1934, die der britische Linguist Alan Gardiner an Howard Carter geschickt hatte, bezüglich eines Amuletts, das als whm bekannt ist.
Gardiner berichtete nach einer Überprüfung im Ägyptischen Museum in Kairo, dass das Amulett tatsächlich aus dem Grab von Tutanchamun stammt, was die Zweifel an der Art und Weise, wie es aus der archäologischen Stätte entfernt wurde, verstärkte.
Erster direkter Beweis?
Die „Daily Mail“ zitierte Al-Sabhi mit den Worten, dass diese Briefe zum ersten Mal „einen direkten und eindeutigen Beweis“ dafür darstellen, dass einige Artefakte möglicherweise von Carter selbst aus dem Grab entfernt wurden, und wies darauf hin, dass führende Forscher dieser Zeit anscheinend versuchten, die Angelegenheit zu vertuschen, um die historische Entdeckung nicht zu entstellen.
Entschiedene familiäre Abstreitung
Im Gegenzug wies Susan Allen, die Nichte von Howard Carter, diese Vorwürfe entschieden zurück und betonte, dass ihr Onkel „nie etwas gestohlen hat“ und dass sein wissenschaftlicher Ruf in archäologischen Kreisen nach wie vor hoch geschätzt wird.
Entdeckung, die die Geschichte der Archäologie veränderte
Es sei daran erinnert, dass Howard Carter das Grab von Tutanchamun im November 1922 mit Hilfe von Earl Carnarvon V entdeckte. Hinter dem Eingang des Grabes wurden unbezahlbare Schätze gefunden, darunter Streitwagen, Haushaltsgegenstände und mit Juwelen besetzter Schmuck, sowie die berühmte goldene Maske des jungen Pharaos, die heute im Ägyptischen Museum in Gizeh ausgestellt ist.
Erneute Kontroversen
Der Dokumentarfilm öffnet erneut die Tür zu einer breiten historischen und ethischen Diskussion über die Praktiken der archäologischen Ausgrabungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts und die Rolle westlicher Wissenschaftler bei der Verwaltung – oder Ausbeutung – des alten ägyptischen Erbes.