Die Rückkehr von Vollmilch in die Schulen entfacht erneut die Debatte über die amerikanische Ernährungspolitik
January 16, 2026299 AufrufeLesezeit: 2 Minuten

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Der amerikanische Präsident Donald Trump unterzeichnete am Mittwoch ein Gesetz, das die Rückkehr von Vollmilch zu den Schulmahlzeiten erlaubt und damit die seit 2012 unter der Verwaltung des ehemaligen Präsidenten Barack Obama verhängten Ernährungsbeschränkungen aufhebt, die die Bereitstellung von fettreicheren Milchoptionen in amerikanischen Schulen einschränkten.
Breitere Optionen für die Schüler
Nach Angaben der britischen Zeitung The Guardian beschränkt sich das Gesetz, das der Kongress im vergangenen Herbst verabschiedete, nicht nur auf organische Vollmilch, sondern umfasst auch aromatisierte und unaromatisierte Milch, 2%- und 1%-Milch, laktosefreie Milch sowie nicht-milchhaltige Alternativen wie angereicherte Sojamilch, vorausgesetzt, sie entsprechen den festgelegten Ernährungsstandards.
Das Gesetz verpflichtet die Schulen außerdem, nicht-milchhaltige Alternativen für Schüler bereitzustellen, deren Eltern medizinische oder persönliche Anmerkungen zu ihren Ernährungsbeschränkungen vorlegen.
Trump: Eine parteiübergreifende Entscheidung
Trump bezeichnete den Schritt als „großartig für alle“ und betonte, dass er keine Unterscheidung zwischen Demokraten und Republikanern mache. Im Gegensatz dazu betrachteten Verantwortliche aus dem Agrarsektor die Entscheidung als Sieg für die amerikanische Milchindustrie, die seit langem Druck auf die Ausweitung der in Schulen angebotenen Milchoptionen ausgeübt hat.
Politische und wirtschaftliche Dimensionen
Analysten sehen die Entscheidung als mehr als nur eine Frage der Milchwahl, sie spiegelt einen tiefergehenden Konflikt mit der Ernährungspolitik wider, die von der Obama-Administration etabliert wurde, und lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf die Spannungen zwischen öffentlichen Gesundheitsüberlegungen und wirtschaftlichen Interessen, insbesondere im Agrarsektor.
Von der Bekämpfung von Fettleibigkeit zur Wahlfreiheit
Die Obama-Administration hatte das Gesetz „Gesunde, hungerfreie Kinder“ vorangetrieben, um den Konsum gesättigter Fette bei Kindern zu reduzieren, im Rahmen der Bemühungen zur Bekämpfung von Fettleibigkeit. Das neue Gesetz verlagert den Fokus auf die Erweiterung der Wahlfreiheit in der Ernährung unter Berücksichtigung der Forderungen des Milchsektors.
Erneute wissenschaftliche Kontroversen
Neuere Studien zeigen, dass gesättigte Fette in Milch nicht unbedingt mit direkten gesundheitlichen Schäden verbunden sind. Einige Forschungen deuten darauf hin, dass Kinder, die Vollmilch konsumieren, möglicherweise weniger anfällig für Fettleibigkeit sind als ihre Altersgenossen, die fettarme Milch trinken, was der Debatte eine neue wissenschaftliche Dimension hinzufügt.
Bestehende Ernährungsbedenken
Im Gegensatz dazu warnen Ernährungsexperten, dass die Rückkehr von Vollmilch in die Schulen die Kalorienaufnahme der Schüler erhöhen könnte, was die Diskussion über die Rolle der Regierungen bei der Steuerung des Ernährungsverhaltens und den Einfluss wirtschaftlicher Interessen auf Schulernährungsprogramme neu entfacht.
Ein offenes Thema
Beobachter sehen in Trumps Schritt einen politischen und ernährungsbezogenen Wandel zugleich und bringen das Thema der amerikanischen Ernährungspolitik zurück ins Rampenlicht, in einer komplexen Gleichung, die den Schutz der Gesundheit von Kindern, die Unterstützung der nationalen Industrie und die Verwirklichung klarer innenpolitischer Ziele vereint.