Wissenschaftliche Studie enthüllt die Wahrheit: Das menschliche Gehirn kann keine zwei Aufgaben gleichzeitig ausführen
March 12, 202683 AufrufeLesezeit: 3 Minuten

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Eine aktuelle wissenschaftliche Studie hat gezeigt, dass das menschliche Gehirn nicht in der Lage ist, zwei Aufgaben gleichzeitig auszuführen, wie viele glauben, sondern die Aufgaben sehr schnell nacheinander verarbeitet, was einen falschen Eindruck von der Fähigkeit zur "Multitasking" vermittelt. Die Ergebnisse der Studie wurden im Quarterly Journal of Experimental Psychology veröffentlicht, nach einer Reihe von Experimenten, die untersuchten, wie das Gehirn mit mehr als einer Aufgabe gleichzeitig umgeht.
Wissenschaftliches Experiment zur Testung der Gehirnfähigkeit
Im Rahmen der Studie wurden die Teilnehmer gebeten, zwei sensorische Aufgaben gleichzeitig auszuführen:
Die erste bestand darin, die Größe eines kurz erscheinenden Kreises mit der rechten Hand zu bestimmen, und die zweite darin, einen Ton zu unterscheiden, um festzustellen, ob er hoch, mittel oder tief war.
Die Forscher maßen die Reaktionsgeschwindigkeit der Teilnehmer und die Anzahl der Fehler, die sie bei der Ausführung der beiden Aufgaben machten, wobei das Experiment über mehrere Tage wiederholt wurde, um die Auswirkungen des Trainings zu beobachten.
Training verbessert die Leistung, ändert jedoch nicht die Funktionsweise des Gehirns
Die Ergebnisse zeigten, dass die Teilnehmer mit der Zeit schneller wurden und weniger Fehler nach kontinuierlichem Training machten.
Diese Verbesserung bedeutet jedoch nicht, dass das Gehirn die beiden Aufgaben gleichzeitig verarbeitet, sondern dass das Gehirn gelernt hat, die Verarbeitungsschritte effizienter zu organisieren, sodass es schnell von einer Aufgabe zur anderen wechseln kann.
Das Konzept der "optimalen Zeitaufteilung"
Lang Zeit glaubten Wissenschaftler, dass eine Leistungsverbesserung durch Training ein Beweis für die Fähigkeit des Gehirns zur parallelen Verarbeitung von Aufgaben ist.
Der Psychologe Torsten Schubert von der Universität Halle erklärte jedoch, dass die neuen Ergebnisse das Gegenteil zeigen, und betonte, dass das, was passiert, als "optimale Zeitaufteilung" bezeichnet wird, bei der das Gehirn die Prozesse schnell nacheinander organisiert.
Schubert sagte, dass das Gehirn "sehr gut darin ist, die Prozesse nacheinander zu ordnen", aber dieser Ansatz hat klare Grenzen.
Kleine Veränderungen erhöhen die Fehlerquote
Die Studie zeigte auch, dass bei der Einführung sehr kleiner Änderungen in der Art der Aufgaben die Fehlerquote der Teilnehmer anstieg und sie länger benötigten, um diese zu erledigen.
An den Experimenten nahmen 25 Personen teil, die drei verschiedene Tests durchliefen, um zu analysieren, wie das Gehirn mit Multitasking umgeht.
Risiken des Multitaskings im Alltag
Die Forscher sehen in diesen Ergebnissen praktische Bedeutung für den Alltag, insbesondere bei Aktivitäten, die hohe Konzentration erfordern.
Der Psychologe Thilo Strubach von der Medical School Hamburg wies darauf hin, dass der Versuch, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen, in bestimmten Situationen, wie beim Autofahren oder in Berufen, die den Umgang mit mehreren Aufgaben gleichzeitig erfordern, gefährlich werden kann.
Diese Ergebnisse bestätigen, dass das, was als Multitasking bekannt ist, lediglich ein schneller Wechsel zwischen den Aufgaben ist und keine echte, gleichzeitige Verarbeitung im Gehirn darstellt.