Skandal auf LinkedIn: Mitarbeiterin enthüllt Geheimnisse des israelischen Spionageunternehmens

In einem beispiellosen Vorfall auf sozialen Medien sorgte ein versehentlich veröffentlichtes Bild einer Rechtsberaterin der israelischen Firma Paragon Solutions, die auf Spionagesoftware spezialisiert ist, für Aufregung und brachte das Unternehmen ins Zentrum eines digitalen Sturms, der eine breite Debatte über die Ethik der Cyber-Spionage auslöste.
Das Bild, das am 10. Februar 2026 aufgenommen wurde, zeigte hinter der Beraterin und ihrer Kollegin ein Dashboard mit Protokollen und Schnittstellen, die die Überwachung von verschlüsselten Anwendungen wie WhatsApp ermöglichen, indem sie sogenannte "Zero-Click"-Exploits nutzen, wobei eine tschechische Nummer mit dem Namen "Valentina" erschien.
Obwohl das Bild schnell gelöscht wurde, verbreitete es sich rasant im Internet, wie der Cybersicherheitsforscher Jor van Bergen berichtete, der darauf hinwies, dass das Dashboard den Zustand der Kommunikation und die Verfolgung von Anwendungen und Konten offenbarte, was eine ernsthafte Sicherheitslücke in den Cyber-Operationen darstellt.
* "Katastrophales Versagen" in der Cybersicherheit
Der Forscher vom Citizen Lab, John Scott-Railton, beschrieb den Vorfall als "katastrophales Versagen der Betriebsicherheit" und betonte die Gefahren, die mit der Offenlegung solcher Daten in einem sensiblen Sektor verbunden sind, der für seine strengen Geheimhaltungspraktiken bekannt ist.
Trotz der Bemühungen des Unternehmens, die Situation zu kontrollieren, entfachte der Vorfall eine breite Diskussion über die Ethik beim Einsatz fortschrittlicher Überwachungstools wie dem Graphite-Programm, für das Paragon bereits Anfang 2025 wegen der Ausnutzung von Zero-Click-Schwachstellen zur Zielverfolgung von Journalisten und Aktivisten kritisiert wurde.
Berichten zufolge gehören die Kunden von Paragon zu Regierungen in Australien, Kanada, Zypern, Dänemark, Israel und Singapur.
Die US-Regierung bestätigte zudem den Kauf des Graphite-Programms für die Operationen der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE im Januar 2025.
Der Vorfall hat erneut die Verwundbarkeit der digitalen Sicherheit selbst in den geheimsten und fortschrittlichsten Unternehmen aufgezeigt und die Diskussion über die Grenzen des Einsatzes moderner Spionagetechniken neu entfacht, sowie darüber, ob einige Regierungen und Unternehmen ethische Grenzen in diesem Bereich überschreiten.