Ölpreise steigen mit zunehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran

Die Ölpreise sind am Donnerstag leicht gestiegen, während die Investoren die diplomatischen Bemühungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran zur Lösung bestehender Konflikte genau verfolgen, vor dem Hintergrund zunehmender militärischer Spannungen in wichtigen Ölproduktionsgebieten.
Brent- und West-Texas-Intermediate-Öl stabilisierten sich auf ihren höchsten Niveaus seit Anfang Februar, nachdem sie am Vortag starke Gewinne von über 4 % verzeichnet hatten.
Um 07:35 Uhr GMT stieg Brent-Öl um 23 Cent oder 0,3 % auf 70,58 Dollar pro Barrel, während West-Texas-Intermediate-Öl um 25 Cent oder 0,4 % auf 65,44 Dollar pro Barrel anstieg.
Dies geschieht zu einer Zeit, in der die Händler die Möglichkeit von Störungen in der Ölversorgung bewerten, insbesondere angesichts der anhaltenden Spannungen zwischen Washington und Teheran.
Analysten von "ING" berichteten, dass der Markt zunehmend besorgt über die Möglichkeit ist, dass die Vereinigten Staaten Maßnahmen gegen den Iran ergreifen könnten, was nicht nur die iranische Ölproduktion, sondern auch die Ölströme durch den Golf im Allgemeinen beeinflussen könnte, insbesondere durch die Straße von Hormuz, durch die etwa 20 % der globalen Ölversorgung fließen.
Im Kontext der Spannungen gab der Iran den Piloten bekannt, dass heute Donnerstag von 03:30 bis 13:30 GMT Raketenversuche in den südlichen Regionen des Landes stattfinden werden, während die Vereinigten Staaten Kriegsschiffe in der Nähe der iranischen Gewässer stationiert haben.
Die Nachrichtenagentur "Reuters" berichtete, dass der US-Vizepräsident J.D. Vance sagte, dass Washington prüft, ob es weiterhin diplomatisch mit Teheran interagieren oder auf eine "andere Option" zurückgreifen wird.
Diplomatisch gesehen gab es bei den Gesprächen des Iran in Genf einige Fortschritte, obwohl weiterhin Differenzen zu mehreren Themen bestehen.
Das Weiße Haus erwartet, dass Teheran in zwei Wochen weitere Details vorlegt.
Gleichzeitig wiesen Daten des "American Petroleum Institute" auf einen Rückgang der Rohöl-, Benzin- und Destillatlagerbestände in der vergangenen Woche hin, was den Erwartungen widersprach, die einen Anstieg der Rohölbestände um etwa 2,1 Millionen Barrel prognostizierten.
Die US-Energieinformationsbehörde wird heute Donnerstag ihren offiziellen Bericht über die Ölbestände veröffentlichen.
Hiroyuki Kikukawa, leitender Analyst bei "Nissan Securities Investment", sieht, dass die Spannungen zwischen Washington und Teheran weiterhin hoch sind, aber die Wahrscheinlichkeit eines umfassenden bewaffneten Konflikts nicht hoch ist, was die Märkte zu einem "Abwarten und Beobachten"-Ansatz veranlasst.
Er fügte hinzu, dass jede mögliche militärische Aktion der USA begrenzt und auf kurzfristige Luftangriffe beschränkt sein wird, um einen starken Anstieg der Rohölpreise zu vermeiden.