Überraschende Entwicklung: Selenskyj öffnet die Tür zu Verhandlungen mit Putin über Gebietsfragen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj deutete die Möglichkeit eines direkten Treffens mit seinem russischen Amtskollegen WladimirPutin an, was eine bemerkenswerte Wendung in seiner Haltung zu einer der kompliziertesten Fragen des seit etwa vier Jahren andauernden Krieges darstellt: die Frage der Gebiete.
* Annäherung an ein Dokument für einen Waffenstillstand
In Aussagen, die er am Mittwoch gemacht hat, bestätigte Selenskyj, dass Kiew und Moskau sich der Einigung auf ein Dokument nähern, das einen Mechanismus zur Überwachung eines möglichen Waffenstillstands festlegt, nach einer Runde von Friedensgesprächen, die in Genf unter amerikanischer Vermittlung stattfand.
Er erklärte, dass dieses Dokument darauf abzielt, einen praktischen Rahmen zur Überwachung der Einhaltung der Ruhe zu schaffen, um den Krieg zu beenden.
In einem Gespräch mit dem Programm "Piers Morgan Uncensored" räumte er ein, dass der Fortschritt in den politischen Fragen langsam war, wies jedoch darauf hin, dass die Führer beider Länder "versuchen können, eine Einigung über die Frage der Gebietsabgabe zu erzielen", die der sensibelste und umstrittenste Punkt seit Beginn des Konflikts ist.
Er enthüllte auch, dass die nächste Runde der Verhandlungen in der Schweiz stattfinden wird, als Fortsetzung des von den Vereinigten Staaten geförderten Verhandlungsprozesses.
* Vorbehalte und Kritik
Trotz dieser Öffnung äußerte Selenskyj seine Unzufriedenheit mit den Ergebnissen der letzten Runde und betonte in seiner abendlichen Videoansprache, dass "das Ergebnis bis heute unzureichend ist".
Er fügte hinzu, dass die Militärs einige Fragen ernsthaft diskutiert haben, aber "die sensiblen politischen Fragen und möglichen Kompromisse" nicht ausreichend behandelt wurden.
Er bestätigte auch, dass die Amerikaner "ein neues Dokument" zwischen Russland und der NATO diskutieren, was auf die weitreichende internationale Dimension der Krise hinweist.
* Moskau: Schwierige Verhandlungen
Seinerseits bezeichnete der Sprecher des Kremls Dmitri Peskow die Gespräche in Genf als "schwierig" und erklärte, dass die russische Delegation ihre Berichte direkt an Putin weiterleitet, und wies darauf hin, dass es zu früh sei, um von endgültigen Bewertungen oder konkreten Ergebnissen zu sprechen.
Er wies auch darauf hin, dass der Ort für die nächste Runde noch nicht offiziell bekannt gegeben wurde.
* Amerikanischer Plan mit 20 Punkten
Diese Entwicklungen erfolgen im Rahmen eines amerikanischen Plans, der vor Monaten vorgestellt wurde und etwa 20 Punkte umfasst, die vorschlagen, dass Kiew einige Zugeständnisse macht, insbesondere in Bezug auf die Gebiete im Osten des Landes, im Austausch gegen abschreckende Sicherheitsgarantien.
Allerdings hat Kiew wiederholt betont, dass die Abgabe von Gebieten, die noch nicht unter der Kontrolle der russischen Truppen stehen, eine schwierige und "verfassungswidrige" Angelegenheit ist.
Im Gegenzug hält Moskau an der Forderung fest, dass die ukrainischen Truppen sich aus der Region Donezk zurückziehen und diese aufgeben, sowie dass die Ukraine sich verpflichtet, nicht der NATO beizutreten und keine europäischen Truppen auf ihrem Territorium zu stationieren.
* Dringender Aufruf an Europa
In diesem Zusammenhang forderte Selenskyj die europäischen Länder auf, seinem Land dringend Verteidigungssysteme zur Verfügung zu stellen, angesichts der anhaltenden militärischen Operationen und der Komplexität des politischen Prozesses.
Zwischen vorsichtiger ukrainischer Flexibilität und anhaltendem russischen Druck stehen die Verhandlungen vor einem entscheidenden Test:
Wird die Annäherung an einen Mechanismus für einen Waffenstillstand den Weg für eine historische Einigung ebnen, oder bleibt die Frage der Gebiete das größte Hindernis?