Nipah-Virus: Die Universität Tokio beginnt mit dem ersten menschlichen Test eines potenziellen Impfstoffs

Die Welt bereitet sich darauf vor, einem der gefährlichsten aufkommenden Viren zu begegnen, nachdem japanische Medien angekündigt haben, dass die Universität Tokio bald mit den menschlichen Versuchen eines experimentellen Impfstoffs gegen das Nipah-Virus beginnen wird, zum ersten Mal seit der Entdeckung des Virus vor mehr als 25 Jahren.
Laut der Zeitung "Nikkei" basiert der neue Impfstoff auf einem abgeschwächten Masernvirus, das das Immunsystem anregt, Proteine zu produzieren, die denjenigen ähneln, die vom Nipah-Virus verwendet werden, was es dem Körper ermöglicht, das Virus zu erkennen und es bei zukünftiger Exposition zu bekämpfen.
In Labortests an Hamstern und anderen Tierarten zeigte der Impfstoff eine hohe Wirksamkeit und Sicherheit, ohne schwerwiegende Nebenwirkungen zu verzeichnen.
Die erste Phase der klinischen Studien an Menschen beginnt in Belgien, um die Sicherheit und die Immunantwort bei Freiwilligen zu bewerten, wobei die Studien später auf Erwachsene und Kinder in Bangladesch im zweiten Halbjahr 2027 ausgeweitet werden, einem der am stärksten von wiederkehrenden Ausbrüchen des Virus betroffenen Länder.
* Warum ist das Nipah-Virus eine globale Bedrohung?
Das Nipah-Virus wird hauptsächlich von großen Fledermäusen direkt auf den Menschen oder über Zwischenwirte übertragen und verursacht schwere Entzündungen im Gehirn und im Atemwegssystem, mit einer Sterblichkeitsrate von bis zu 70-80 % bei einigen Ausbrüchen.
Seit seiner Entdeckung im Jahr 1998 wurden etwa 1000 Fälle registriert, ohne dass bis heute ein zugelassener Impfstoff oder eine Behandlung existiert.
Gesundheitsexperten glauben, dass der Erfolg dieses japanischen Impfstoffs einen echten Wendepunkt im Kampf gegen zoonotische Viren darstellen könnte und den Weg für den ersten globalen Impfstoff gegen das Nipah-Virus ebnen könnte, während die wissenschaftliche Gemeinschaft gespannt auf die Ergebnisse der menschlichen Studien wartet, mit großer Hoffnung, die Ausbrüche dieses tödlichen Virus in der Zukunft einzudämmen.