Nablus und Hebron: 56 Palästinenser nach intensiven israelischen Razzien festgenommen

Die israelischen Streitkräfte haben heute, am Donnerstag, ihre Razzien in mehreren Gebieten im Westjordanland erneuert, mit einem Fokus auf Nablus und Hebron, was zur Verletzung von 4 Palästinensern, darunter ein Kind, führte, wie das palästinensische Rote Kreuz mitteilte.
In diesem Zusammenhang berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur und Informationsagentur (Wafa), dass die israelischen Streitkräfte 56 palästinensische Bürger festgenommen haben, darunter zwei Frauen aus der Provinz Hebron im Süden des Westjordanlandes.
Sicherheitsquellen erklärten, dass die israelischen Streitkräfte Razzien in den Gebieten Wadi al-Hariya und Khirbat Qalqas im Süden von Hebron durchgeführt und 12 Palästinenser festgenommen haben. Zudem wurden Häuser in den Städten Deir Samet und Al-Burj im Westen von Hebron durchsucht, wo 4 Bürger nach Durchsuchungen ihrer Häuser und dem Durchwühlen ihrer Inhalte festgenommen wurden.
* Beit Ummar unter Belagerung und fortdauernden Festnahmen
Am zweiten Tag in Folge führten die israelischen Streitkräfte eine Razzia und Festnahmen in der Stadt Beit Ummar im Norden von Hebron durch, die die meisten Häuser der Stadt umfasste und viele davon in Militärstützpunkte verwandelte.
Zudem verhängte die Armee eine strenge Belagerung über die Stadt und erklärte sie zur militärischen Sperrzone, was den Bürgern die Bewegung untersagte. Die Festnahmen erstreckten sich auf mehr als 40 Palästinenser, darunter zwei Frauen.
* Menschenrechtsorganisation warnt vor Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Dies fiel zusammen mit einem neuen Bericht von Human Rights Watch, in dem bestätigt wird, dass die Vertreibung von Zehntausenden Palästinensern aus den Flüchtlingslagern Jenin, Tulkarem und Nur Shams Anfang 2025 den Grad von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit erreicht.
Die Organisation berichtete, dass etwa 32.000 Palästinenser während der Operation "Eiserner Wall" gewaltsam vertrieben wurden und ihnen die Rückkehr verwehrt wurde, während Hunderte von Häusern abgerissen wurden.
* Hintergrund von Gewalt und Besatzung
Es sei darauf hingewiesen, dass seit dem Angriff am 7. Oktober 2023 etwa tausend Palästinenser im Westjordanland getötet wurden und die Häufigkeit der Angriffe israelischer Siedler zugenommen hat, wobei die Vereinten Nationen im Oktober 2025 mindestens 264 Angriffe verzeichneten, die höchste monatliche Zahl seit Beginn der Überwachung im Jahr 2006.
Israel besetzt das Westjordanland seit dem Krieg von 1967 und betrachtet die Siedlungen als Mittel zur Schaffung einer strategischen und sicherheitspolitischen Tiefe, während die Mehrheit der internationalen Gemeinschaft diese Siedlungen nach internationalem Recht als illegal ansieht, was Israel ablehnt und das Westjordanland als "umstrittenes Gebiet" betrachtet.