Wie künstliche Intelligenz die Zukunft des Arbeitsmarktes verändert? Warnung des Internationalen Währungsfonds

Der Internationale Währungsfonds warnt, dass der Aufstieg der künstlichen Intelligenz spürbare Auswirkungen auf Löhne und Beschäftigungsmöglichkeiten hat, insbesondere in Einstiegsjobs und Berufen, die der Automatisierung ausgesetzt sind. Er betont, dass die Nachfrage nach Fähigkeiten im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz bisher nicht zu einem Anstieg der Beschäftigung beigetragen hat, wie es bei anderen neuen Fähigkeiten der Fall war.
Die Geschäftsführerin des Fonds, Kristalina Georgieva, erklärte, dass die politischen Entscheidungsträger die Bildung neu gestalten sollten, um die Jugend zu befähigen, künstliche Intelligenz "statt mit ihr zu konkurrieren". Sie betonte, dass die Risiken über die wirtschaftlichen Aspekte hinausgehen, da Arbeit den Menschen Würde und Sinn im Leben verleiht, was den durch künstliche Intelligenz bedingten Wandel von großer Bedeutung macht.
Der Internationale Währungsfonds führte eine umfassende Analyse von Millionen von Stellenanzeigen und Arbeitnehmerprofilen in sechsLändern:
Vereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich, Deutschland, Dänemark, Brasilien und Südafrika, und stellte fest, dass einer von zehn Stellenanzeigen Fähigkeiten erfordert, die vor zehn Jahren nicht vorhanden waren, wie IT-Kenntnisse und Social-Media-Management im Marketing.
Die Analyse zeigte, dass Berufe, die diese neuen Fähigkeiten erforderten, in den Vereinigten Staaten und im Vereinigten Königreich Gehaltserhöhungen von 3 bis 3,4 % erzielten, jedoch führten Berufe, die speziell mit künstlicher Intelligenz verbunden sind, nicht zu einem Anstieg der Beschäftigung, sondern trugen zum Verlust von Arbeitsplätzen in den Berufen bei, die am stärksten durch moderne Technologien ersetzt werden können.
Nach fünf Jahren verzeichneten die Regionen, die eine höhere Nachfrage nach Fähigkeiten in künstlicher Intelligenz hatten, einen Rückgang der Beschäftigungsquote um 3,6 % im Vergleich zu anderen Regionen.
Georgieva forderte die Regierungen auf, mehr Unterstützung für die Arbeitnehmer zu bieten, die aufgrund von künstlicher Intelligenz ihre Arbeitsplätze verloren haben, einschließlich Umschulung und Übergang zu neuen Möglichkeiten sowie Stärkung des sozialen Schutzes. Sie wies darauf hin, dass die größte Nachfrage nach Arbeitnehmern bestehen wird, die in der Lage sind, künstliche Intelligenz integrativ mit kognitiven, kreativen und technischen Fähigkeiten zu nutzen, anstatt sie nur zu entwickeln.
Diese Warnung kommt vor dem jährlichen Treffen der Weltführer und Geschäftsführer nächste Woche in Davos, Schweiz, während die Welt weiterhin versucht, sich an die schnellen Veränderungen anzupassen, die künstliche Intelligenz auf den globalen Arbeitsmarkt ausübt.