Französische Politikerinnen klagen über den Einfluss von Algorithmen auf Wahlkampagnen
February 8, 2026220 AufrufeLesezeit: 3 Minuten

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Eine Gruppe von gewählten Politikerinnen in Frankreich hat eine breite Debatte ausgelöst, nachdem sie den sozialen Medienplattformen von "Meta" algorithmische Vorurteile gegen Frauen vorgeworfen hat. Sie sind der Meinung, dass diese Mechanismen ihre Wahlkampagnen negativ beeinflussen und sie Wellen von Cyber-Mobbing aussetzen.
Diese Vorwürfe kommen im Vorfeld der Kommunalwahlen in Frankreich, wo soziale Netzwerke zu einem wichtigen Instrument für die Kommunikation mit Wählern und die Promotion politischer Programme geworden sind.
Vorwürfe der gezielten Ansprache eines männlichen Publikums
Die Regionalrätin der Grünen, Élodie Gantois, war eine der Hauptakteurinnen, die auf das Problem aufmerksam machte. Sie wies darauf hin, dass die Algorithmen von "Facebook" und "Instagram" ihre politischen Inhalte stärker einem männlichen Publikum präsentieren.
Gantois bestätigte, dass etwa 86 % der Zuschauer ihrer Videos Männer sind und betonte, dass diese Verteilung nicht mit der Natur der Themen, die sie anspricht, zu tun hat, sondern mit ihrem Geschlecht als Frau.
Direkte Maßnahmen gegen das, was sie als Diskriminierung bezeichnet
Gantois beschloss, sich an den Sitz von "Meta" in Paris zu wenden, um Klarheit über die Funktionsweise der Algorithmen zu fordern. Sie ist der Meinung, dass die Klassifizierung politischer Inhalte nach Geschlecht die Chancengleichheit im Wahlkampf untergräbt.
Sie betonte auch, dass soziale Netzwerke ein grundlegendes Mittel geworden sind, um Kandidaten vorzustellen, sieht jedoch, dass die Algorithmen mit den Inhalten, die sie veröffentlicht, umgehen, als wären sie für nicht-politische Zwecke bestimmt.
Petition warnt vor den Folgen des Phänomens
Etwa 100 gewählte Politikerinnen, die meisten von den Grünen und der Sozialistischen Partei sowie andere politische Persönlichkeiten, schlossen sich einer Petition an, die vor den Auswirkungen dieser Mechanismen auf die Chancen von Frauen in Wahlkampagnen warnt.
Die Teilnehmerinnen bestätigten, dass algorithmische Vorurteile nicht nur den Zugang zum Publikum verringern, sondern auch die Wahrscheinlichkeit erhöhen können, Online-Belästigung und Bedrohungen ausgesetzt zu sein.
Menschenrechtswarnungen vor den Auswirkungen von Algorithmen auf die Demokratie
Die Organisation Amnesty International in Frankreich erklärte, dass diese technischen Vorurteile dokumentiert sind und dass Empfehlungssysteme Inhalte an ein Publikum weiterleiten könnten, das anfälliger für negative Interaktionen ist, was Belästigung oder Bedrohungen gegen Frauen im politischen Bereich verstärken könnte.
Der Mitglied des Europäischen Parlaments, David Cormand, warnte, dass dieses Phänomen insbesondere lokale Amtsträger betrifft, die nicht über spezialisierte Medienteams verfügen, um ihre digitale Präsenz zu verwalten.
Forderungen nach Transparenz und Chancengleichheit
Die Politikerinnen forderten "Meta" auf, mehr Transparenz über die Kriterien für die Empfehlung politischer Inhalte zu bieten und die Gleichheit im Zugang der Kandidaten und Kandidatinnen zum Publikum zu gewährleisten, um die politische Pluralität zu fördern.
Von ihrer Seite bestätigte "Meta", dass die Systeme zur Anzeige von Inhalten auf Tausenden von verschiedenen Indikatoren basieren, während die Politikerinnen der Meinung sind, dass die Hervorhebung dieses Themas darauf abzielt, das öffentliche Bewusstsein für den Einfluss digitaler Plattformen auf demokratische Prozesse zu schärfen.