Digitale Präsenz nach dem Tod: Wird Künstliche Intelligenz Ihre Konten nach dem Tod verwalten?

Die Idee, an deren Entwicklung der Chief Technology Officer des Unternehmens, Andrew Bosworth, beteiligt war, basiert auf dem Training eines großen Sprachmodells, das das Verhalten des Nutzers auf sozialen Plattformen nachahmt, basierend auf dessen früheren Aktivitäten wie Posts, Kommentaren und Likes, um die Interaktion des Kontos mit anderen aufrechtzuerhalten.
Laut den Patentdokumenten kann das Modell die Präsenz des Nutzers simulieren, wenn dieser für längere Zeit nicht postet, sei es aus persönlichen Gründen oder aufgrund des Todes, indem es eine digitale Kopie erstellt, die in der Lage ist, mit Inhalten anderer zu interagieren und auf Nachrichten zu antworten, möglicherweise sogar Sprach- oder Videoanrufe zu führen, die den Nutzer nachahmen.
"Meta" sieht in dieser Technologie eine Möglichkeit, die Bedürfnisse einiger Nutzer zu erfüllen, insbesondere von Content-Erstellern und Influencern, die auf ihre digitale Aktivität als Einkommensquelle angewiesen sind, oder in Fällen einer vorübergehenden Abwesenheit von den Plattformen.
Im Gegenzug betonte das Unternehmen, dass die Einreichung des Patents nicht notwendigerweise die Entwicklung oder tatsächliche Einführung der Technologie bedeutet und dass dieser Schritt darauf abzielt, zukünftige Ideen im Bereich der Künstlichen Intelligenz und digitalen Interaktion zu erkunden.
Diese Richtung hat weitreichende ethische und rechtliche Fragen aufgeworfen, da die Digital Rights Expertin der Universität Birmingham, Edina Harbinja, warnte, dass Technologien zur Nachahmung von Personen nach dem Tod Herausforderungen aufwerfen könnten, die über rechtliche Aspekte hinausgehen und tiefere soziale und philosophische Dimensionen umfassen.
Diese Entwicklung fällt in den Rahmen zunehmender Bemühungen um das, was als "digitales Erbe" bekannt ist. So hat "Facebook" bereits Werkzeuge eingeführt, die es Nutzern ermöglichen, Personen zu benennen, die ihre Konten nach ihrem Tod verwalten. Außerdem diskutierte der Gründer von "Meta", Mark Zuckerberg, die Idee, digitale Avatare für verstorbene Personen zu schaffen, um ihren Angehörigen zu helfen, mit der Trauer umzugehen und Erinnerungen wiederzuerlangen.
Diese Technologien fallen in ein Gebiet, das als "Trauertechnologie" bekannt ist, das sogenannte "Geisterroboter" oder "Todesroboter" umfasst, wobei mehrere Start-ups daran arbeiten, digitale Kopien von Personen basierend auf deren Daten und digitalem Verhalten zu entwickeln.
Auch "Microsoft" hat zuvor ein ähnliches Patent für einen Chatbot erhalten, der in der Lage ist, echte oder fiktive Charaktere nachzuahmen, was auf das wachsende globale Interesse an der Entwicklung dieser Art von Technologien hinweist, während die Debatte über deren ethische Grenzen und Auswirkungen auf die Gesellschaften zunimmt.