Früh um 5 Uhr aufstehen: Das Geheimnis des Erfolgs oder ein weit verbreiteter Mythos?

Doch Gesundheitsexperten betonen, dass das Aufstehen zu dieser Zeit kein Zaubermittel für den Erfolg ist, wie oft propagiert wird.
Nicht für jeden geeignet
Fachleute sind der Ansicht, dass das Aufstehen um fünf Uhr morgens nicht unbedingt mit der biologischen Natur aller Menschen übereinstimmt und sich negativ auf die Gesundheit und Produktivität einiger auswirken kann.
Wissenschaftliche Berichte, die von der Plattform Science Alert veröffentlicht wurden, zeigen, dass die Schlaf- und Wachzeiten mit dem sogenannten "Chronotyp" oder biologischen Rhythmus verbunden sind, einem inneren System, das die Zeiten bestimmt, zu denen sich der Mensch natürlich wach oder schläfrig fühlt.
Gene spielen eine Rolle
Die Forschung zeigt, dass der Schlafzeitpunkt nicht nur eine erlernte Gewohnheit ist, sondern auch von genetischen Faktoren beeinflusst wird, was bedeutet, dass einige Menschen von Natur aus dazu neigen, morgens aktiv zu sein, während andere es vorziehen, nachts zu arbeiten und wach zu bleiben.
Dieser Rhythmus verändert sich auch mit dem Alter; Jugendliche neigen oft dazu, länger wach zu bleiben, während das frühe Aufstehen bei älteren Menschen häufiger vorkommt.
Unterschiede im Lebensstil
Studien zeigen, dass Menschen, die dem Morgen-Typ angehören, im Durchschnitt eine bessere akademische Leistung erzielen, niedrigere Raten beim Rauchen und Alkoholkonsum aufweisen und sich stärker an sportlichen Aktivitäten beteiligen.
Im Gegensatz dazu berichten Nachteulen von höheren Erschöpfungslevels und einem Rückgang bestimmter körperlicher und psychischer Gesundheitsindikatoren.
Doch Experten betonen, dass dies nicht bedeutet, dass einer der Typen per se besser ist; es hängt oft davon ab, wie gut der Schlafrhythmus mit den vorherrschenden Arbeits- und Studienzeiten übereinstimmt.
Konflikt zwischen biologischer Uhr und Gesellschaft
Wissenschaftler bezeichnen den Unterschied zwischen der biologischen Uhr eines Individuums und den Anforderungen des täglichen Lebens als "sozialen Jetlag", ein Zustand, der auftritt, wenn eine Person nach einem Zeitplan lebt, der nicht mit dem natürlichen Rhythmus ihres Körpers übereinstimmt.
Dieser Zustand ist mit einem erhöhten Risiko für bestimmte gesundheitliche Probleme wie Diabetes, Bluthochdruck und Fettleibigkeit verbunden, sowie mit einer Abnahme der Leistung und Konzentration.
Wie erkennt man seinen Schlaftyp?
Anstatt einen strengen Rhythmus aufzuzwingen, der nicht zur Natur des Körpers passt, raten Experten, die Schlafmuster an Arbeits- und Ruhetagen zu beobachten und die Schlaf- und Wachzeiten sowie die Aktivitätslevel während des Tages aufzuzeichnen.
Auch die Einschlafgeschwindigkeit kann ein wichtiger Indikator sein; wenn man in weniger als 30 Minuten einschläft, deutet das oft darauf hin, dass die Zeit für den Körper passend ist, während eine Verzögerung von mehr als einer Stunde darauf hindeuten kann, dass die Schlafenszeit ungeeignet ist.
Fachleute empfehlen auch, sich morgens Sonnenlicht auszusetzen und die Nutzung von Bildschirmen am Abend zu reduzieren, um die Schlafqualität zu verbessern, wobei betont wird, dass die biologischen Grenzen jedes Einzelnen ein entscheidender Faktor bleiben.