Der Konflikt zwischen Trump und der Federal Reserve: Ein Kampf, der die amerikanische Wirtschaft teuer zu stehen kommen könnte

August 27, 2025166 AufrufeLesezeit: 2 Minuten
Der Konflikt zwischen Trump und der Federal Reserve: Ein Kampf, der die amerikanische Wirtschaft teuer zu stehen kommen könnte
In einer beispiellosen Szene seit der Gründung der amerikanischen Federal Reserve im Jahr 1913 führt Präsident Donald Trump einen offenen Kampf gegen die Unabhängigkeit der Zentralbank und droht, ihre Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen, was die Grundfesten des globalen Finanzsystems erschüttern könnte. Diese Eskalation wirft eine entscheidende Frage auf: Was würde passieren, wenn Trump in seinem Vorhaben erfolgreich wäre?
Die "Washington Post" warnt vor einem erschreckenden Szenario: steigende Kreditkosten, galoppierende Inflation und ein Zusammenbruch des Vertrauens globaler Investoren in den Dollar. Die Wirtschaftsanalyse Heather Long zeichnet ein düsteres Bild einer Wirtschaft, die gezwungen ist, mit künstlich niedrigen Zinssätzen zu leben, was zu neuen Immobilienblasen und einer Schuldenkrise ähnlich der der siebziger Jahre führen könnte.
Die größte Gefahr besteht darin, dass sich das "verlorene Jahrzehnt" wiederholt, das Argentinien in den achtziger Jahren erlebte, als die Wirtschaft von einem Wachstumszustand in eine chronische Rezession überging. Doch Trump scheint entschlossen zu sein, politische Kontrolle über die Geldpolitik auszuüben, da er glaubt, dass niedrige Zinssätze seinen Wählern kurzfristig zugutekommen.
Die Federal Reserve hat, obwohl sie nicht unfehlbar ist, in 111 Jahren einen Ruf als eine der Säulen der globalen finanziellen Stabilität aufgebaut. Das Vertrauen der Investoren in ihre Unabhängigkeit hat den Dollar zur weltweit führenden Währung gemacht und amerikanische Anleihen zu einem sicheren Hafen in Krisenzeiten.
Ironischerweise kommt dieser Kampf zu einem Zeitpunkt, an dem die Amtszeit des Federal-Reserve-Vorsitzenden Jerome Powell im kommenden Mai endet, was Trump die historische Gelegenheit bietet, die Zentralbank nach seiner Vision zu gestalten. Experten warnen davor, dass die Unterordnung der Geldpolitik unter politische Launen zu wirtschaftlichen Katastrophen führen könnte.
Im Hintergrund wachsen die Bedenken, dass der Dollar seine Stellung als globale Reservewährung verlieren könnte und das Vertrauen der Investoren in die amerikanische Wirtschaft sinkt. Dieser Kampf ist nicht nur ein vorübergehender politischer Streit, sondern eine existenzielle Auseinandersetzung mit dem Modell der finanziellen Unabhängigkeit, das seit über einem Jahrhundert Bestand hat.

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