Die syrische Künstlerin und Regisseurin Wahe Al-Rahib kehrt nach 13 Jahren im Exil nach Damaskus zurück

Die syrische Künstlerin und Regisseurin Wahe Al-Rahib ist nach mehr als 13 Jahren erzwungenem Fernbleiben in ihre Heimat zurückgekehrt, was als symbolischer Wendepunkt in ihrem Kampf und ihrer künstlerischen Laufbahn betrachtet wird. Al-Rahib hatte Syrien 2011 aufgrund ihrer Unterstützung der Volksbewegung verlassen und offen ihre Unterstützung für Freiheit und Würde erklärt.
Die syrische Künstlervereinigung feierte ihre Rückkehr und veröffentlichte auf ihrer offiziellen Facebook-Seite: "Gott sei Dank für deine Sicherheit, liebe Kollegin und Künstlerin Wahe Al-Rahib in Damaskus".
Al-Rahib veröffentlichte auch ein Foto von sich an der syrisch-libanesischen Grenze und kommentierte es auf ihrem Account: "Meine Rückkehr ins geliebte Syrien, ein fast unmöglicher Traum. Wie schön ist es, zu ihr zurückzukehren".
Eine künstlerische Laufbahn voller Mut und Kampfgeist
Wahe Al-Rahib wurde in Damaskus geboren und machte in den 1980er Jahren als Schauspielerin in bemerkenswerten Dramen und Filmen wie "Wut der Wüste" und "Der Vulkan" auf sich aufmerksam, bevor sie sich dem Regieführen und Schreiben zuwandte. Sie zählt zu den ersten syrischen Künstlerinnen, die künstlerische Kreativität mit einer klaren politischen Haltung vereinten.
Zu ihren herausragenden Werken gehört der Film "Träumerische Visionen" (2003), den sie verfasste und inszenierte und der arabische und internationale Auszeichnungen erhielt. Der Film behandelt das Leiden von Frauen in einer männlich geprägten Gesellschaft. Sie wirkte auch als Schauspielerin in dem Film "Die Identität" mit und beteiligte sich mit kritischen Schriften an kulturellen und politischen Diskussionen in verschiedenen arabischen Medien.
Verfolgung durch das Regime und erzwungenes Exil
Al-Rahib wurde seit Beginn des neuen Jahrtausends aufgrund ihres Engagements im "Frühling von Damaskus" von den Sicherheitskräften verfolgt, wo sie Erklärungen unterzeichnete, die politische Freiheiten forderten. 2006 wurde ihr ein inoffizielles Arbeitsverbot auferlegt, bevor sie 2011 aufgrund ihrer Unterstützung der syrischen Revolution zur Ausreise gezwungen wurde.
Im Exil setzte sie ihren Standpunkt durch Schreiben in oppositionellen Medien fort, während ihre Werke in Syrien nicht gezeigt wurden.
Rückkehr ins "neue Syrien"
Al-Rahib kehrte mit ihrem Ehemann, dem Regisseur Mamoun Al-Bani, zurück, nachdem das Land einen politischen Wandel erlebt hatte, als das Assad-Regime im letzten Dezember gestürzt wurde. Sie erhielt breite Glückwünsche von Künstlern und kulturellen Eliten, was Künstler wieder in den Vordergrund rückt, die unter Unterdrückung und Verbannung gelitten haben.
Heute schlägt Wahe Al-Rahib ein neues Kapitel in ihrer Laufbahn auf, in einem Land, das seine Freiheit und die Kreativität seiner Bürger wiedererlangt.