Der Iran ist nach der Ankündigung des Todes des obersten Führers Ali Khamenei bei einem US-israelischen Luftangriff am Samstag in eine kritische politische Phase eingetreten, während die Vorbereitungen für den Machtübergang gemäß der Verfassung beginnen, parallel zur Bildung einer Übergangsführung zur Verwaltung der Angelegenheiten des Landes, bis ein neuer Führer gewählt wird.
Nach den verfassungsmäßigen Verfahren übernimmt ein vorübergehender Führungsausschuss die Aufsicht über die Übergangsphase, während das letzte Wort bei der Wahl des neuen Führers beim Expertenrat liegt, der 88 Mitglieder umfasst und derzeit von Mohammad Karami geleitet wird. Es wird erwartet, dass er sich in den kommenden Tagen trifft, um die Identität des Nachfolgers zu klären.
Die prominentesten Namen, die im Gespräch sind:
Mostafa Khamenei
Der Sohn des verstorbenen Führers, der als einflussreiche Persönlichkeit innerhalb der Regierungskreise angesehen wird, mit starken Beziehungen zu staatlichen Institutionen, insbesondere im Sicherheitsbereich. Allerdings sieht er sich internem Streit gegenüber, und es gibt Fragen zu seinem Schicksal nach dem letzten Angriff ohne offizielle Bestätigung.
Ali Reza A'arafi
Ein prominenter Geistlicher und stellvertretender Vorsitzender des Expertenrats, der innerhalb der religiösen Institutionen Beziehungen pflegt, jedoch nicht für seine Nähe zu militärischen Führungen bekannt ist, was seine Chancen beeinträchtigen könnte.
Mohammad Mahdi Mir Bagheri
Er wird als intellektuell streng beschrieben und hat Präsenz in religiösen Kreisen in Qom, jedoch könnte seine begrenzte politische Erfahrung seine Aufstiegschancen schwächen.
Hashim Hosseini Bushehri
Ein Mitglied des Expertenrats, dessen politische und mediale Präsenz im Vergleich zu anderen Namen geringer ist.
Hassan Rouhani
Der ehemalige iranische Präsident (2013–2021), bekannt für seine gemäßigten Ansichten und seinen Versuch, die Außenbeziehungen während seiner Amtszeit zu verbessern. Einige Beobachter glauben, dass seine Mäßigung ihm einen relativen Vorteil verschaffen könnte, falls der Rat sich für eine weniger konfrontative Persönlichkeit entscheidet.
Auch der Name Hassan Khomeini, der Enkel des Gründers der Islamischen Republik, wird als Teil des gemäßigten religiösen Flügels gehandelt.
Das letzte Wort bleibt beim Expertenrat, während die iranische Öffentlichkeit und die internationale Gemeinschaft den Verlauf der kommenden Phase und deren Auswirkungen auf die regionalen Gleichgewichte erwarten.