Vom Tisch zur Notaufnahme: Warum Ärzte vor Samosas und Qatayef im Ramadan warnen?

Mit dem Klang der Iftar-Kanone im Ramadan füllen sich die Tische in Ägypten mit köstlichen frittierten Speisen wie Samosas, Qatayef, Hühnchen und Kartoffeln.
Diese knusprigen Lebensmittel, die von den Fastenden geliebt werden, scheinen ein wesentlicher Bestandteil des Iftar zu sein, aber sie verbergen hinter ihrem köstlichen Geschmack gesundheitliche Risiken, die nur wenige Stunden nach dem Verzehr auftreten können.
Ärzte und Fachleute warnen, dass übermäßiger Verzehr von frittierten Lebensmitteln, insbesondere nach langen Stunden des Fastens, zu plötzlichen gesundheitlichen Problemen führen kann, die viele in die Notaufnahme treiben wegen starkem Erbrechen, Reflux, Herzklopfen und Bauchschmerzen.
Dr. Mervat El-Sayed, Notfallmedizinerin und Leiterin des Afrikanischen Zentrums für Frauengesundheit, erklärt, dass der Körper nach dem Fasten in einem empfindlichen Zustand ist, was bedeutet, dass die Aufnahme großer Mengen gesättigter Fette auf einmal wie ein "Verdauungsschock" wirkt.
Sie weist darauf hin, dass diese Fette eine starke Verlangsamung der Magenbewegung und eine Verzögerung der Nahrungsentleerung verursachen können, während die Säureproduktion zunimmt, was zu Sodbrennen und Reflux führt.
Sie fügt hinzu, dass frittierte Lebensmittel den unteren Schließmuskel der Speiseröhre entspannen, was das unangenehme Sodbrennen verstärkt, sowie den großen Druck, dem wichtige Organe wie die Bauchspeicheldrüse und die Leber ausgesetzt sind, um diese schweren Fette zu verarbeiten.
Mervat El-Sayed warnt besonders davor, Öl mehrfach zum Frittieren zu verwenden, und betont, dass wiederholte hohe Temperaturen des Öls schädliche Verbindungen wie Acrylamid und oxidierte Stoffe erzeugen.
Diese Verbindungen verursachen nicht nur akute Entzündungen im Magen, sondern können auch langfristig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen.
Sie weist auch darauf hin, dass der weit verbreitete Glaube, dass frittierte Lebensmittel dem Körper schnelle Energie geben, nur eine Illusion ist, da sie vorübergehende Energie liefern, gefolgt von einem Gefühl der Müdigkeit und Erschöpfung.
Ihrerseits bestätigt Dr. Radwa Ahmed Shaheen, Dozentin für Ernährung an der Ain Shams Universität, dass die Gefahr nicht nur bei Fetten liegt, sondern auch bei den hohen Zuckergehalten in Qatayef.
Sie erklärt, dass Transfette und überschüssige Zucker den schädlichen Cholesterinspiegel im Blut erhöhen und das nützliche Cholesterin senken, was den Weg für Arteriosklerose und ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte ebnet.
Sie warnt auch, dass übermäßiger Verzehr von Qatayef das bakterielle Gleichgewicht im Darm stören kann, was zu Blähungen, Völlegefühl und einer schlechten Aufnahme wichtiger Nährstoffe führt.
Um diese gesundheitlichen Probleme zu vermeiden, raten Experten, das Iftar nicht mit frittierten Lebensmitteln zu beginnen, sondern mit Datteln oder warmen Flüssigkeiten, um den Magen auf die Nahrungsaufnahme vorzubereiten.
Sie empfehlen auch, frittiertes Essen nur ein- oder zweimal pro Woche zu konsumieren.
Die Fachleute betonen auch die Notwendigkeit, Öl nur einmal zum Frittieren zu verwenden und es sofort zu entsorgen, wenn sich seine Farbe ändert, und gesündere Kochmethoden wie Backen im Ofen oder die Verwendung einer Heißluftfritteuse zu bevorzugen, um den Fettgehalt zu reduzieren.
Zu den wichtigen Ratschlägen gehört auch, nach dem Iftar 30 Minuten zu gehen, um die Verdauung zu verbessern und den Körper zu aktivieren.
Für Patienten mit Geschwüren sowie Herz- und Lebererkrankungen raten Ärzte, sich während des heiligen Monats vollständig von frittierten Lebensmitteln fernzuhalten.