Vom Avocado-Verkäufer zum gefährlichsten Drogenboss: Die vollständige Lebensgeschichte von "El Mencho"

Die militärische Operation, die von den mexikanischen Behörden gegen einen der gefährlichsten Drogenbossen des Landes, Nemesio Oseguera (bekannt unter dem Namen "El Mencho"), durchgeführt wurde, hat eine Welle von Gewalt und Unruhen in vielen Teilen Mexikos ausgelöst.
Am Sonntag töteten die Bundeskräfte "El Mencho" in einer gezielten Operation in der Region Tapalpa, Bundesstaat Jalisco, wo Gangmitglieder während der Operation auf die mexikanischen Streitkräfte schossen, was zum Tod vieler Mitglieder des Kartells führte.
Daraufhin kam es zu Gewalttaten und Straßensperrungen in der Stadt Zapopan, was den Gouverneur des Bundesstaates Jalisco dazu veranlasste, den 8 Millionen Einwohnern des Bundesstaates zu befehlen, zu Hause zu bleiben, bis die Situation unter Kontrolle ist.
Auch viele öffentliche Verkehrsdienste in der Region wurden eingestellt.
* Wer ist "El Mencho"?
Nemesio Oseguera, 59 Jahre alt, wuchs unter schwierigen Bedingungen im mexikanischen Bundesstaat Michoacán auf und hatte eine sehr arme Kindheit. In seiner Jugend arbeitete er im Avocado-Anbau, nachdem er die Schule abgebrochen hatte.
Ende der 1980er Jahre wanderte er in die Vereinigten Staaten aus, wo er 1989 in San Francisco wegen Drogenhandels festgenommen wurde, bevor er nach Mexiko abgeschoben wurde.
Doch Oseguera gab sich damit nicht zufrieden; er geriet in die Welt des organisierten Verbrechens, als er als örtlicher Polizist in Mexiko arbeitete, bevor er die Schwester eines der führenden Drogenbosse des Landes heiratete, was seinen Einfluss in der Verbrechenswelt erhöhte.
Nach wenigen Jahren trat er dem "Milenio-Kartell" bei, gründete jedoch 2009 das "Jalisco Neue Generation Kartell" (CJNG), das schnell zu einem der mächtigsten und gefährlichsten Drogenkartelle in Mexiko und der Welt wurde.
* Drogenhandel und militärische Taktiken
Die Operationen des von "El Mencho" geführten Kartells waren komplex und gefährlich, da es Tonnen von Kokain aus Kolumbien über Ecuador an die Küsten Mexikos am Pazifik transportierte, wobei schnelle Boote und U-Boote eingesetzt wurden.
Er war auch bekannt für seine paramilitärischen Taktiken, bei denen er Hunderte von ausgebildeten Bewaffneten einsetzte, die mit schwerer Bewaffnung ausgestattet waren, und manchmal Elemente, die von den Spezialeinheiten Kolumbiens ausgebildet wurden.
Trotz der Stärke und weitreichenden Verbreitung des Kartells blieb "El Mencho" eine geheimnisvolle und schwer fassbare Figur, da er sich in gut befestigten Berganlagen versteckte.
Das "Jalisco Neue Generation Kartell" gilt heute als eine der größten und gewalttätigsten kriminellen Gruppen in Mexiko und hat es geschafft, die Kontrolle über Drogenhandelsnetze, Schmuggel von Treibstoff, Menschenhandel und andere grenzüberschreitende Verbrechen zu übernehmen.
* Amerikanische Zusammenarbeit und Warnungen vor zunehmender Gewalt
Der Tod von "El Mencho" kam zu einem sensiblen Zeitpunkt, da die Sicherheitszusammenarbeit zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten ihren Höhepunkt erreicht hatte, im Rahmen gemeinsamer Bemühungen zur Bekämpfung von Drogenkartellen.
Die Vereinigten Staaten hatten eine Belohnung von bis zu 15 Millionen Dollar für Informationen angeboten, die zu seiner Festnahme führen.
Diese Entwicklung wirft viele Fragen über die Auswirkungen des Todes eines der prominentesten Drogenkartellführer auf die Sicherheitslage in Mexiko auf, da einige Parteien befürchten, dass dies zu einer Verschärfung der Gewalt im Land in der kommenden Zeit führen könnte.
Andererseits warnte Washington, dass die Unfähigkeit Mexikos, die Drogenkartelle zu kontrollieren, sie in Zukunft zu einseitigen militärischen Maßnahmen zwingen könnte, während sich der Kampf gegen den Drogenhandel in der Region weiter kompliziert.