Kann Barcelona wegen des Negreira-Falls absteigen? 5 rechtliche Gründe, die es nahezu unmöglich machen

Doch laut Experten für Sportrecht steht dieses Szenario vor großen rechtlichen Hindernissen, die einen Abstieg des katalanischen Vereins aus rechtlicher Sicht äußerst schwierig machen.
Hier sind die fünf wichtigsten Gründe, die einer möglichen Entscheidung für einen Abstieg des "Blaugrana" im Wege stehen:
1- Verjährung lässt sportliche Verfolgung entfallen
Das Prinzip der Verjährung ist eines der wichtigsten rechtlichen Hindernisse in diesem Fall. Das Sportrecht in Spanien sieht vor, dass schwere Verstöße nach drei Jahren nach ihrem Auftreten verjähren.
Da die mit dem Fall von José María Enriquez Negreira verbundenen Ereignisse Jahre zurückliegen, ist die Möglichkeit, sportliche Strafen zu verhängen, gemäß dem lokalen Recht tatsächlich verjährt.
2- Vorherrschaft des lokalen Rechts
Die FIFA hat nicht die Befugnis, lokale Gesetze leicht zu umgehen, da der internationale Verband normalerweise verpflichtet ist, die Befugnisse der nationalen Verbände zu respektieren.
In diesem Fall haben der spanische Fußballverband und die spanische Liga entschieden, dass der Fall sportlich verjährt ist, was das Eingreifen der FIFA rechtlich kompliziert macht.
3- Prinzip des vorteilhaftesten Rechts
Dieses Prinzip ist eine der grundlegenden Säulen des internationalen Sportrechts, bei dem das rechtliche Regelwerk, das für die beschuldigte Partei am vorteilhaftesten ist, angewendet wird, wenn Gesetze im Widerspruch stehen.
Im Falle von Differenzen zwischen den FIFA-Regeln und dem spanischen Recht neigen Sportgerichtsbarkeiten wie das Sportgerichtshof dazu, das Gesetz anzuwenden, das den Verein am besten schützt.
4- Verbot der doppelten Bestrafung
Das Sportrecht verbietet die Verhängung von zwei Strafen für dieselbe Handlung. Da der Fall bereits rechtlichen und sportlichen Verfahren in Spanien unterzogen wurde, könnte eine erneute Verhandlung des Vereins auf internationaler Ebene einen Verstoß gegen das Prinzip "nicht zweimal bestraft" darstellen.
Dies gibt Barcelona zusätzlichen rechtlichen Schutz vor jedem Versuch, neue Strafen zu verhängen.
5- Fehlende strafrechtliche Verurteilung
Bislang wurde kein endgültiges Urteil gefällt, das Barcelona wegen Bestechung zur Manipulation von Spielergebnissen verurteilt.
Der zuständige Richter hat zudem den Vorwurf der Bestechung aus verfahrensrechtlichen Gründen zurückgewiesen, da Negreira kein öffentlicher Angestellter war, was die rechtliche Grundlage für eine harte sportliche Strafe wie den Abstieg schwächt.
Die Kontroverse geht weiter
Trotz des großen Medienrummels um den Fall sind sich viele Fachleute einig, dass die Verhängung einer Abstiegstrafe gegen Barcelona eine entfernte Möglichkeit bleibt, angesichts der rechtlichen Komplikationen, die mit dem Fall auf lokaler und internationaler Ebene verbunden sind.