Der deutsche Kanzler Friedrich Merz bestätigte heute, Dienstag, dass sein Land nicht an der Initiative einiger westlicher Verbündeter zur Anerkennung des Staates Palästina während der nächsten Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen teilnehmen wird.
Merz äußerte sich während einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney, der im vergangenen Juli die Absicht seines Landes angekündigt hatte, den Staat Palästina anzuerkennen, und damit Frankreich und Großbritannien folgte, die ähnliche Schritte angekündigt hatten.
Merz sagte: "Die Position der deutschen Regierung zur Anerkennung des Staates Palästina ist klar. Wir haben Kanada mitgeteilt, dass wir uns dieser Initiative nicht anschließen werden, da wir nicht glauben, dass die erforderlichen Bedingungen für die Anerkennung erfüllt sind."
Er fügte hinzu, dass sein Land die Anerkennung des palästinensischen Staates als einen endgültigen Schritt im Rahmen einer Zwei-Staaten-Lösung betrachtet und nicht als einen unabhängigen Schritt, und betonte die Notwendigkeit, zunächst eine umfassende Vereinbarung zu erreichen, die Frieden und Koexistenz zwischen Palästinensern und Israelis gewährleistet.
Obwohl es in den letzten Tagen zu einer Eskalation im Gazastreifen gekommen ist, bestätigte Merz, dass sich die deutsche Politik nicht geändert hat und dass die jüngsten Entwicklungen "unseren Standpunkt" zur Anerkennung des palästinensischen Staates nicht beeinflusst haben.
Das deutsche Außenministerium hatte gestern, Montag, seine "Bestürzung" über den Tod mehrerer Journalisten, Hilfsarbeiter und Zivilisten bei einem israelischen Luftangriff auf das Nasser-Krankenhaus im Gazastreifen zum Ausdruck gebracht.
Das Ministerium erklärte über die Plattform "X": "Dieser Angriff muss untersucht werden", und forderte Israel auf, den sofortigen Zugang unabhängiger ausländischer Medien zu ermöglichen und den Journalisten im Gazastreifen Schutz zu gewähren.
In diesem Zusammenhang begann die deutsche Entwicklungsministerin Reem Al-Ably-Radovan gestern, Montag, eine dreitägige Auslandsreise, die Besuche in Israel, den palästinensischen Gebieten, Jordanien und Saudi-Arabien umfasst, um Wege zur Unterstützung der regionalen Stabilität zu erörtern.
Ein Sprecher des Entwicklungsministeriums in Berlin erklärte, dass die Ministerin bestrebt sei, das Engagement Deutschlands für die Zukunft Gazas und die Stabilität der gesamten Region zu stärken, und betonte, dass dies eine gemeinsame internationale Koordination und vereinte Anstrengungen mit aktiven regionalen Kräften wie Jordanien und Saudi-Arabien erfordere.
Diese deutsche und internationale Initiative erfolgt vor dem Hintergrund zunehmenden Drucks auf Israel, den laufenden Krieg im Gazastreifen zu beenden, während der US-Präsident Donald Trump von einem "sehr ernsthaften diplomatischen Vorstoß" zur Beendigung des anhaltenden Krieges sprach.