Der US-Sondergesandte für den Libanon, Tom Barrack, gab heute Dienstag bekannt, dass die Vereinigten Staaten der Verlängerung des Mandats der United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL) um ein weiteres Jahr bis zum 31. August 2026 zustimmen werden, trotz der vorherigen Positionen Washingtons und Tel Avivs, die sich gegen diesen Schritt ausgesprochen hatten.
In einer Pressekonferenz, die er nach seinem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun in Beirut abhielt, bestätigte Barrack, dass "die Position der Vereinigten Staaten ist, dass wir um ein Jahr verlängern werden", und wies darauf hin, dass die Kosten für diese Truppe "über eine Milliarde Dollar pro Jahr" hinausgehen.
Diese Erklärung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die 15 Mitgliedstaaten des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen mit der Diskussion über einen Entwurf für eine Resolution begonnen haben, die die Verlängerung des Mandats von UNIFIL um nur ein Jahr vorsieht, um den schrittweisen Rückzug aus dem Südlibanon einzuleiten, wo sie seit März 1978 an der Grenze zu Israel stationiert ist. Derzeit umfasst die Truppe mehr als 10.000 Soldaten aus etwa 50 Ländern.
Ursprünglich war eine Abstimmung über den Entwurf der Resolution für den vergangenen Montag geplant, wurde jedoch auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben, wie diplomatische Quellen der Nachrichtenagentur AFP mitteilten, wobei die Konsultationen später im Sicherheitsrat fortgesetzt werden sollen.
Der Entwurf der Resolution, der der Agentur vorliegt, enthält einen Abschnitt, der auf die Absicht des Sicherheitsrats hinweist, den schrittweisen Rückzug von UNIFIL zu betreiben, sodass die libanesische Regierung der einzige Garant für die Sicherheit im Süden des Landes wird.
In diesem Zusammenhang erklärte Barrack, dass "Israel sich aus dem Süden mit der gleichen Geschwindigkeit zurückziehen wird, mit der die Waffen von Hezbollah abgerüstet werden", was auf die Verbindung zwischen dem Verbleib ausländischer Truppen und den anhaltenden Grenzspannungen im Zusammenhang mit den Waffen der vom Iran unterstützten Partei hinweist.
Die erwartete Entscheidung hat in Anbetracht der zunehmenden regionalen Spannungen sensible politische und sicherheitspolitische Dimensionen, und die Zustimmung Washingtons zur Verlängerung stellt eine wichtige Wende dar, die die Form und das Schicksal der UNIFIL-Mission in naher Zukunft beeinflussen könnte.